Der Beginn dieser kurzen Reise liegt schon lange zurück. Die Zeit seit dem letzten Besuch in Mãe Luiza verging (und verging schnell) und beim Besuch der Jugendlichen 2005 zum Weltjugendtag fragte mich Dieter Güntner, der Pastoralreferent von Penzberg, ob ich nicht im Sommer 2006 mit nach Mãe Luiza fliegen möchte, um zu übersetzen und den Austausch von 2007 mit vorzubereiten. Die erste Antwort war ein klares Nein, denn hier in der Schweiz (wo ich seit 2004 als Katechetin und Jugendarbeiterin arbeite) enden die Schulferien bereits Mitte August und die Gruppe würde erst dann fliegen. Unmöglich also wegen der Arbeit. Doch die Sehnsucht und der Ruf nach Mãe Luiza wurden immer grösser, so dass ich im März mit meiner Vorgesetzten rede und meinen Urlaub verschiebe, um nach Mãe Luiza zu fliegen (danke an dieser Stelle an BK). Bei ebookers finde ich noch einen recht günstigen Flug (bei der Varig…das wird noch Folgen haben) und freue mich unheimlich auf August, auf ein Wiedersehen mit Sabino und mit den Menschen in Mãe Luiza.

Die Zeit vergeht, im Juni kommt Pe. Sabino noch nach Penzberg und Inningen. Mit Alex und Elisabeth fahre ich am 24. Juni zur Gospelnacht nach Innigen, wo Sabino mit Konrad die GeRecht Stiftung vorstellt. Wir erleben einen fröhlichen Sabino und schiessen noch ein paar Erinnerungsfotos. Im wahrsten Sinne des Wortes. Zwei Wochen später, am 9. Juli bekomme ich einen Anruf und erfahre vom Tode Sabinos am 08. Juli in Castel di Tora, seinem Heimatort. Ein Schock fürs Leben.
Die Reise wird aber nicht in Frage gestellt, alle Beteiligten (Dieter Güntner, Elisabeth Steideli, Gisela, Klaus, Nina und Alex Matschl) sind überzeugt von einer guten Wirkung.
Ab diesem Moment höre ich oft, dass die Reise nun unter anderen Sternen steht. Einige dieser Sterne habe ich vor und während des Aufenthaltes erkannt und benannt:

Stern der Hoffnung, Stern der Freundschaft, Stern der Erinnerung, Stern des Abschieds, Stern des Wiedersehens, Stern der Ungewissheit, Stern des Willens, Stern des Erbes, Stern der Zukunft, Stern der Fragen und vor allem Stern des Versprechens.
Wir haben es versprochen: amigos para sempre. Nicht nur Freunde Sabinos, sondern Freunde von Mãe Luiza. Die Freundschaft mit Sabino ist Auslöser und Motivation weiter zu machen, weiter die Partnerschaft zu gestalten und neue Wege zu wagen.
Doch Fragen bleiben: Wie wird es also sein ohne Pe. Sabino in Mãe Luiza? Was werden wir machen, wie geht´s den Menschen? Wie werden wir empfangen, was können wir geben? Alles Kopf zerbrechen hilft jedoch nicht, einfach mal sehen und vor allem Spüren.

In meinen Gedanken und Träumen nehme ich schon mehrmals den Flieger und bin in Mãe Luiza. Doch in der Realität geht es oft nicht so reibungslos. Die Varig gerät in finanzielle Schwierigkeiten und ich bekomme ein ungutes Gefühl. Zwei Wochen vor Abflug vergewissere ich mich noch einmal bei ebookers und werde beruhigt. Mein Flug ist sicher (das kennen wir von der deutschen Rente).
Bis zum 10. August also bin ich mir sicher, dann werde ich von einer freundlichen ebookerin angerufen und man sie bietet mir an den Flug ohne zuzügliche Kosten zu annullieren. Die Varig habe finanzielle Probleme und musste einige Flüge in Brasilien streichen. AHA, sicher.
Da ich das nicht will, bietet mir die nette Dame noch an bis São Paolo zu fliegen und dort weiter zu sehen, denn die Varig fliege nicht mehr bis Natal. Die Kosten des weiteren Transports müsste ich übernehmen, es tue ihr leid, so etwas hat sie auch noch nicht erlebt, der Varig sei alles egal und ich bekäme mein Geld bei Rücktritt ja zurück….blabla
Die Hoffnung stirbt als letztes und wofür ich bezahlt habe, dafür habe ich bezahlt. In Verzweiflung wende ich mich an Joachim, der doch Kontakte zu Varig Deutschland hatte zwecks Weltjugendtag 2005. Und Joachim macht das Unmögliche möglich, kontaktiert Herrn Bender von der Varig und besorgt mir einen Flug bis Recife. Soweit bin ich beruhigt, von Recife sind es mit dem Bus (auf meine Kosten) noch 4,5 Stunden. Am Montag ruft mich auf Portugiesisch ein Herinaldo von der Varig in Zürich an, um mir mit Bedauern mitzuteilen, dass ich doch nicht fliegen kann. Nach einigem hin und her, hat er dann gesehen, dass mein Flug doch nach Recife umgebucht wurde, nun bestand das Problem noch im Flug Zürich – Frankfurt, da die Lufthansa keine Varigtickets mehr akzeptiert, die vor dem 24. Juli gezahlt und gebucht wurden, weil die „alte Varig“ (sie wurde im Juli aufgekauft) die Lufthansa nicht bezahlt hatte. Verstanden? Nach weiterem Bangen gab er mir am Abend die Nachricht, dass ich am Mittwochnachmittag vor dem Flug noch bei ihm im Büro vorbeischauen soll und mir dort neue Tickets holen kann…und so ging die Reise dann am 16. August 2006 los.

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