30. August 2006

Der Tag beginnt mit einem etwas längeren Jogging bis nach Ponta Negra, diesmal ist auch Jailson wieder dabei. Wir 2 nehmen jedoch den Bus zurück nach Mãe Luiza. Bei dieser Gelegenheit unterhalten wir uns etwas über die Gewalt in Mãe Luiza. Jailson ist Polizist und glaubt nicht, dass Mãe Luiza ganz so gefährlich ist, wie es von aussen dargestellt wird. In Natal sei es nur auf dem 5. Platz der gefährlichsten Viertel. Sofern man nicht mit Drogen und den Banden zu tun hat, ist die Gefahr nur dann gross, wenn man zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort ist.

Mit Elisabeth fahr ich noch in die Stadt, wir bringen der Mutter von Elisabeths Portugiesischlehrerin noch ein Päckchen vorbei und sind auch schon wieder mittags im Espaço beim Essen. Am Nachmittag gibt´s noch eine Vorführung der Capoeira Gruppe im Casa Crescer, alle dürfen mal in die Roda (den Kreis, in dem gespielt wird) und selbst ausprobieren. Es gibt einen neuen Capoeiralehrer von der Gruppe cordão de ouro.

Dann treffen wir uns mit Kamilla, die uns zu sich nach hause eingeladen hat, da ihre Mutter uns kennenlernen will. Wir sind da…bekommen ihr Zimmer gezeigt und sind tief beeindruckt.
Zum einen, dass sie ein eigenes Zimmer hat, zum anderen, dass sie auf der Fotowand so einige bekannte Gesichter vereinigen konnte. Isa, Ingrid, Georg, etc…das Beste ist Pfarrer Josef Kirchensteiner eingerahmt auf dem Nachttischchen zwischen Nagellack und Deostiften.
Josefs Platz

Wir wissen nun, wo unser Platz sein wird. Leider kommt Kamillas Mutter nicht, was Kamilla dazu bringt Morddrohungen gegen sie auszusprechen. Meines Wissens hat sie diese aber nicht wahr gemacht. Wir nehmen ihre Einladung zum Abendessen aufgrund der Umstände nicht an und kochen uns selber was, bevor wir zum Treffen mit den Teilnehmenden des vestibular aufbrechen. Diese Gruppe bereitet sich im centro mit Kursen in den verschiedenen Fächern auf die Aufnahmeprüfung an der staatlichen Uni vor. Diese Prüfung können alle probieren (wenn die Gebühr bezahlt werden kann), egal ob man nie zur Schule ging, auf eine Privatschule ging oder die staatliche Schule besuchte. Für SchülerInnen, die eine staatliche Schule besucht haben, ist es fast unmöglich den vestibular zu schaffen. Seit nun das Centro diesen Kurs (cursinho genannt) anbietet, haben es doch einige geschafft, darunter ja auch Silvania.

31. August 2006

Da wir morgens aufgrund von Krankheit des Bürgermeisters frei haben, wandern Silvania, Elisabeth und ich nach Ponta Negra, immer am Meer entlang, vorbei an diversen 5 Sterne Hotels, an Verkäufern von allem möglichen und an Touristen aus allen Herren Ländern, Hauptmerkmal weiss und / oder rot. Es ist einfach genial so am Strand entlang zu wandern, in Öl zu treten und zur Belohnung ein agua de coco zu trinken. Mittagessen gab´s wieder in unserem Lieblingsrestaurant, zu meiner Überraschung kamen nach dem Essen Jorge und Junior (o doido) zu Besuch. Junior war einer meiner engagiertesten Deutschschülern, er ist ein extrem intelligenter Kerl, der sich mit Deutsch lange nicht zufrieden gab und noch Spanisch, Englisch, Französisch, Esperanto und Japanisch hinzufügte. Er hat nun den besten Vestibular Natals geschrieben und studiert an der Uni Philosophie. Das könnte mich richtig stolz machen, obwohl er sich das ganz alleine verdient hat. Jedenfalls hat er die anderen Deutschen mit seinem Können recht beeindruckt.
Jorge machte dahingegen einen eher depressiven und hoffnungslosen Eindruck. Er hatte in der Vergangenheit kurz in einem Hotel gearbeitet, da dort nun aber die Hochsaison vorbei ist, steht er wieder ohne Beschäftigung da. Er hat den Glauben an Gott, an die Menschen und die Hoffnung auf Besserung verloren. Für ihn ist Mãe Luiza ein schlechter Ort, er meinte jedes mal, wenn er zur Sprache bringe, wo er wohnt, seien alle Chancen auf Arbeit dahin. Da kam ich mit meiner Begeisterung für diesen Ort gerade recht. Ich muss zugeben, dass es ein anderes (Er-) Leben des Vierteln und der Menschen ist, wenn man in ein gemütlich eingerichtetes Haus ziehen darf, mit vollem Kühlschrank und jedem Tag einem interessanten Programm. Was soll ich ihm antworten auf die Frage, ob ich jeden Tag 3 mal zu Essen hätte? Ja, und wenn ich will, kann ich auch 6 mal pro Tag essen. Wenn ich den Blick über die Häuserdächer Richtung Meer und Horizont richte, dann sehe ich nichts von den Problemen, die unter den Ziegeln herrschen. Die Menschen sind unheimlich freundlich, in den seltensten Fällen kann man die Not wirklich sehen. Selbst wenn ich versuche es mir vorzustellen, die Erinnerungen an Hausbesuche hervorzukramen, kommt mit Blick auf’s Meer und mit dem Wind im Haar nur eine romantische Vorstellung zutage. Ich müsste hinein ins Leben unter den Dächern, also gehe ich mit Jorge nach hause. Er zeigt mir einen Platz vor seinem Haus, an dem er im letzten Jahr den Müll weggeräumt und Blumen gepflanzt hat. An die Mauer schreibt er jeden Monat andere Gedanken von Dichtern oder sich selbst. Ich nenne ihn den Poeten des Hügels, „Poeta do morro“

Hier einer der Texte:

„ Es ist möglich einen Teil des Volks die ganze Zeit zu täuschen,
es ist möglich eine Zeit lang das ganze Volk zu täuschen,
aber niemals wird sich das ganze Volk die ganze Zeit lang täuschen.“

(Abraham Lincoln)
Blumen und Poesie

Jorges Mutter ist da und freut sich wirklich mich zu sehen. Sie wünscht sich, dass Jorge endlich Arbeit findet. Er hingegen hat die Motivation verloren in Mãe Luiza zu bleiben und will nach Porto Alegre in den Süden, wo ein Freund wohl das Paradies vorgefunden hat. Sollte er gehen, verliert Mãe Luiza einen wirklichen Bürger, aber ob es jemand merken wird? Jedenfalls hat er mir sein Manuskript für ein Buch gezeigt und ich hoffe, er schickt es mir noch, damit ich an dieser Stelle auch einige seiner Aphorismen veröffentlichen kann.
Am Nachmittag bekommen wir von Edilza eine kleine Führung durch die Siedlung Brisa do Mar, die mit den ehemaligen Bewohnern und besonders Bewohnerinnen der Favela SOPAPO gebaut wurde. Sie ist nun fertig gebaut, jetzt geht es um eine weitere Verbesserung der Infrastruktur, mehr Pflanzen und Raum zum Sein und Spielen. Problematisch ist derzeit ein neu entstandene Favela direkt am angrenzenden freien Grundstück, auf dem ein Aubildungszentrum für Handwerksberufe entstehen sollte. Das Traurige ist nicht, dass das Gelände nun vorerst besetzt ist, sondern, dass die BewohnerInnen zu keinem Dialog (mit dem Centro, mit den Nachbarn von Sopapo) bereit sind, sondern nur Druck auf die Stadtverwaltung ausüben wollen, um neue Häuser zu bekommen.

Eigentlich sind es Leute aus Mãe Luiza, die aus engen Verhältnissen raus wollen. Wenn sie sich nun zu einer Favela zusammenschliessen und nur schlau genug insistieren, haben sie Chancen, dass gerade nun vor den Wahlen neue Häuser zur Verfügung gestellt werden. Das aber dann wahrscheinlich nicht in Mãe Luiza, denn dort ist die Raumnot schon gross.
Dusche in der neuen Favela

Am Abend sind Elisabeth und ich mit Silvania zur Uni zu einem Vortrag von Boaventura, einem portugiesischen Soziologen. Er hat sein Buch vorgestellt und über den Kapitalismus gesprochen. Ich muss vorweg sagen, dass ich nach 15 Minuten seiner Rede wegen akuter Müdigkeit gegangen bin, aber das Interessanteste war eh das Zeremoniell zu Beginn. Alle kommen (nach dem Saftempfang) in den hochklimatisierten Vorlesungssaal. Vorne ist ein Podium mit einem langen Tisch und mehreren Stühlen eingerichtet. Daneben eine Art Lesepult. Bevor es beginnt, kommt ein Gitarrenspieler auf die Bühne. Er spielt 3 Stücke, dann gibt’s Applaus. Er spielt noch mal 4 Stücke. Applaus. Und noch mal drei. Applaus. Dann noch ein letztes und eine junge Frau kommt auf die Bühne. Sehr offiziell und formell begrüsst sie die Anwesenden und bittet einige Dozenten, Professoren und Würdenträger, sowie den Autor auf die Bühne. Sie setzen sich hin und 2 Professoren halten eine kleine Ansprache. Ein fesch gekleideter Butler bringt für alle Wasser. Die Runde nimmt einen Schluck. Plötzlich bittet die junge Dame die Anwesenden sehr bestimmt wieder Platz zu nehmen, nur Boaventura darf bleiben. Macht er auch und fängt mit seinem Vortrag an, wobei ich mit Verständnisproblemen zu kämpfen hatte, weil Dr. Boaventura aus Portugal stammt. Wie gesagt, die Müdigkeit gewinnt den Kampf gegen die frische Kälte und bald liege ich wieder in der Hängematte.

01. September 2006

Um 9.00h sind wir beim Gottesdienst im espaço solidario dabei, der musikalisch vom Chor gestaltet wird. Am Nachmittag folgen Gespräch und Nachspeisen bei Irmã Francisca. Ich wundere mich, dass ich nicht mit 5 Kilo mehr nach hause geflogen bin. Um dem vorzubeugen war ich noch bei Marcelo haareschneiden, einem Frisör ohne fliessendes Wasser. Dementsprechend geht das auch Ratz Fatz. Nach 5 min. bin ich wieder aus dem Salon draussen. Am Abend stand wieder ein religiöser Höhepunkt auf dem Programm. Wir hatten die Möglichkeit dem Xangô beizuwohnen. Es ist eine besondere Religion hier im Norden Brasiliens. In anderen Regionen (z.B in Salvador) heisst er auch Candomblé, im Norden ist er auch unter Umbanda bekannt. Die Anhänger dieser Religion glauben an die Verkörperung von Geistern.
Zum Kult legen sie besondere Kleidung an, weite Röcke und besonders die Ketten, die für die Geister stehen. Wir als Zuschauende sollten dabei auch offen sein für die Geister, was konkret bedeutete, dass wir die Füsse nicht verschränken durften. So kann der Geist in uns kommen, aber das war gar nicht so leicht auszuhalten. Wir blieben sozusagen geistlos, zumindest zeigte niemand von uns die üblichen Nebenwirkungen der Vergeisterung).
Der Gläubige wird im Kult zum Medium, indem er sich unter Trommeln und mit Gesang in Trance tanzt. Nach einer gewissen Zeit fährt der Geist dann in die jeweilige Person und das ist nicht ganz angenehm anzusehen. Die Person zuckt, schreit, wirft sich auf den Boden, schlägt sich auf die Brust…bis der Geist irgendwann wieder mit Hilfe von umstehenden Gläubigen ausfährt. Danach ist das Medium noch etwas benommen, tanzt und singt dann aber weiter. So ging es etwa 2 Stunden, fast alle Tanzenden wurden auch von einem / ihrem Geist erfüllt.
Dann waren wir schon ziemlich müde und für die Teilnehmenden war Kaffeepause, danach sollte es weiter gehen. Für uns war dies aber schon genug und manchen war’s auch etwas unheimlich zumute. Wir verabschiedeten uns also freundlich. Auf dem Heimweg entfacht sich noch eine Diskussion, ob das nun „echt“ war oder nicht. Glaubenssache.

02. September 2006

Um 4.30 Uhr in der Früh klingelt der Wecker, aber warum bloss. Ach ja, wir haben uns zum frühstücken verabredet. Punkt 5.00 Uhr steht Loyse mit dem Kombi vor der Tür und packt uns ein. Es soll zum praia de cotovelo gehen. Langsam wird es heller, leider bleibt es bewölkt und die Sonne geht auf, ohne von uns bewundert zu werden.
Morgenlicht

Trotzdem ist es am Strand angenehm, es gibt Saft, Kaffee, Früchte und Sandwichs. Wir gehen Spazieren, sammeln Muscheln und kommen kurz vor Abfahrt noch in den Genuss eines besonderen Schauspiels. Jetzt glaubten es alle: Hier gibt es Delfine. Eine ganze Schar tummelt sich in etwa hundert Meter Entfernung im Wasser. Es ist wunderbar und wir können uns kaum lösen. Doch der nächste Termin wartet schon, wir haben die Zeit für eine Dusche und fahren dann mit Francisca und Ion in die Stadt ins Haus des Bischofs. Der zeigt sich positiv überrascht, da seine Sekretärin ihm von diesem Termin nicht so direkt erzählt hatte. Er hat aber dann etwa 1 Stunde Zeit für uns und machte einen recht symphatischen Eindruck. Ich denke, dass er sich um einen guten Priester für Mãe Luiza bemühen wird. Mittags geht´s wieder weiter mit Essen, diesmal haute cuisine bresilienne. Wir wählen die neue Tabua de Carne direkt unterhalb des Leuchtturms am Strand gelegen. Das Essen ist fein und reichlich und nach dieser Stärkung geht’s für die einen weiter auf den Markt nach Alecrim, für Elisabeth und mich geht´s per pedes zur Forte. Mit einem Kirchenbesuch am Abend tun wir wieder was für unsere Allgemeinbildung. Es ist der gleiche Priester wie letzte Woche anwesend, der „Freund von Vida“. Heute erzählt er uns über die Wichtigkeit der Bibel und des Bibellesens, denn im September ist der Monat der Bibel. Wir dürfen an einigen Stellen wieder die Hände heben („wer hat eine Bibel zuhause? Wer liest jeden Tag?“) und einige wichtige Sätze wiederholen. Ich erwarte sehnsüchtig den Friedensgruss und dann das Ende der Messe. Als Strafe für diese Teilnahmslosigkeit regnet es in Strömen, dabei wollen wir doch nach Pirangi in ein Strandhaus fahren. Wir warten etwas ab, dann gehen wir zum Haus und warten auf die besta (Kleinbus mit 16 Plätzen), welche wir dann bis zum Rand mit Gepäck, Essen, Gasflasche, Wasser, Gitarre, Decken und Hängematten füllen. Ach ja, wir müssen ja auch noch rein. Über 25 Leute finden sich so an diesem Abend noch ein, es wird gesungen, gegessen und ein bisschen am Strand spazieren gegangen.


03. September 2006

In der Früh bin ich um 7 aufgestanden, um den Bus nach Natal zu nehmen. Diesen letzten Tag werde ich bei Loyse verbringen. Die anderen verbringen den Tag noch am Strand und abends sehen wir uns wieder. Bei Loyse treffen sich wichtige Freunde, Denker und Unterstützer Mãe Luizas. Ion, Loyse, Edilza, Irmã Francisca, Joselia, Fatima, Aparecida und Sergio, Dr. Assis und seine Frau, Bernadette und Dulce. Iara war dieses Wochenende in Recife und konnte nicht teilnehmen. Die Themen waren die Änderung der Vereinsstatuten, die laufenden und kommenden Projekte in Mãe Luiza und die Austauschreisen mit Deutschland 2007 und 2008. Da möchte ich aber jetzt nicht ins Detail gehen.
Um 18.00 Uhr treffen wir uns alle zum Geburtstag von Arthur, dem Sohn von Simone. Er wird neun Uhr und das veranstaltete Fest sprengt alle unsere Erwartungen. Wahnsinnig viele Leute, viele Geschenke, viel Essen und eine Menge Stress für alle Beteiligten. Aber Feste sind in Brasilien eben der Höhepunkt des Lebens, da wird zum einen viel Zeit und zum anderen viel Geld investiert, auch wenn es für uns keine Rechnung wäre, die aufgeht. Dort wird gerne so gefeiert und die Fotografien dienen später als Beweis für dieses rauschende Fest.

Da es mein letzter Abend in Mãe Luiza ist, kommen noch ein paar Freunde vorbei um sich zu verabschieden, letzte Fotos und Wünsche für die Reise. Aber alles halb so wild.
ICH KOMME JA BALD WIEDER.
Ein letztes (Heriberto, Joab, Jussiana, Moni, Janecleide, Junior und Talita)

04. September 2006

Adios! Um 8.00 kommen Silvania und Loyse und bringen mich zur rodoviaria von Natal. Von dort geht’s wieder im Kältewagen nach Recife. Dort will ich einchecken und die Miss am Schalter will mich noch etwas unter Stress setzen und sagt, dass es beim Flug Sao Paulo –Frankfurt eine falsche Reservierung gibt und zwar in der ersten Klasse. Nun, für mich wäre das ja kein Problem, mit meinem economy ticket darf ich da bloss nicht fliegen. Da sie keinen Zugang auf den Flug habe, muss ich in Sao Paulo noch mal an den Schalter, um die Reservation zu ändern. Natürlich ist der Flieger ausgebucht und ich komm erst mal auf die Warteliste. Irgendwann darf ich dann auch an Bord, wobei der Sitzplatz erst nach 15 minütiger Diskussion klar ist. Nun habe ich einer fussoperierten Österreicherin die von der Varig versprochene Fussablage weggenommen. Ich habe mich den ganzen Flug über schlecht gefühlt deswegen.

05. September 2006

Mit Verspätung kommen wir in Frankfurt an, es bleibt wenig Zeit zum Umsteigen. Ich schaff´s. - Wie sich in Zürich rausstellt - das Gepäck nicht.
Ich lass meine Adresse und Telefonnummer bei swissport und reise also mit leichtem Gepäck weiter. So kommt man gern nach Hause, nur ein kleiner Rucksack wie bei einer Tageswanderung. Das Reisegepäck kommt am folgenden Tag an die Haustür geliefert.
Das Ankommen in der Schweiz ist problemlos, die Müdigkeit kommt irgendwann und am nächsten Tag wartet schon die Arbeit wieder auf mich.
So ist das Leben, und als Erinnerung an die Zeit hab ich ein Lied mitgenommen, das uns Iara (Verantwortliche im Espaço livre) mitgegeben hat.

O que é o que é? – Gonzaguinha

Eu fico com a pureza das respostas das crianças
É a vida! É bonita e é bonita!
Viver e não ter a vergonha de ser feliz
Cantar, e cantar, e cantar
A beleza de ser um eterno aprendiz
Ah, meu Deus! Eu sei
Que a vida devia ser bem melhor e será
Mas isso não impede que eu repita
É bonita, é bonita e é bonita!
E a vida? E a vida o que é, diga lá , meu irmão?
Ela é a batida de um coração?
Ela é uma doce ilusão?
Mas e a vida? Ela é maravida ou é sofrimento?
Ela é alegria ou lamento?
O que é? O que é, meu irmão?
Há quem fale que a vida da gente é um nada no mundo
É uma gota, é um tempo
Que nem dá um segundo
Há quem fale que é um divino mistério profundo
É o sopro do criador numa atitude repleta de amor
Você diz que é luta e prazer
Ele diz que a vida é viver
Ela diz que melhor é morrer
Pois amada não é, e o verbo é sofrer
Eu só sei que confio na moça
E na moça eu ponho a força da fé
Somos nós que fazemos a vida
Como der, ou puder, ou quiser
Sempre desejada por mais que esteja errada
Ninguém quer a morte só saúde e sorte
E a pergunta roda, e a cabeça agita
Fico com a pureza das respostas das crianças
É a vida! É bonita e é bonita!


Was ist das, was es ist?

Ich halte es mit der Reinheit der Antworten der Kinder
Es ist das Leben! Es ist schön, es ist schön!
Leben – und sich nicht schämen glücklich zu sein
Singen, und singen, und singen
Die Schönheit ewig Lernender zu sein
Ach, mein Gott, ich weiss,
dass das Leben besser sein sollte und sein wird
aber dies kann mich nicht davon abhalten zu wiederholen:
Es ist schön, es ist schön und es ist schön!
Und das Leben? Und was ist das Leben? Sag´s schon, mein Bruder?
Ist es der Schlag eines Herzens?
Ist es eine süsse Illusion?
Aber das Leben? Ist es Wunder oder Leiden?
Ist es Freude oder Jammern?
Was ist es? Was ist es, mein Bruder?
Es gibt welche, die sagen, dass unser Leben ein nichts ist
Ein Tropfen, eine Zeit,
die nicht eine Sekunde hergibt.
Es gibt welche, die sagen, dass es ein tiefes Geheimnis ist
Es ist der Hauch des Schöpfers voller Liebe.
Du sagst, es ist ein Kampf und eine Freude
Er sagt, dass das Leben leben bedeutet
Sie sagt, dass es besser ist zu sterben
Denn geliebt ist es nicht, und das Verb ist leiden
Ich weiss nur, dass ich dem Mädchen vertraue
Und ins Mädchen setze ich die Kraft des Glaubens.
Wir sind es, die das Leben gestalten
So wie´s geht, wie wir können oder wie wir wollen
Immer erwünscht, auch wenn’s falsch sein sollte
Niemand will den Tod, sondern Gesundheit und Glück
Und die Frage dreht sich, der Kopf strengt sich an
Ich halte es mit der Reinheit der Antworten der Kinder:
Es ist das Leben! Es ist schön und es ist schön!


 

 

[Seite 1   Vorbereitungen]
[Seite 2   16.-22.08.06]
[Seite 3   23.-29.08.06]
[Seite 4   30.08.-05.09.06]