Hier noch ein Text, den Ion und Edilza für eine Zeitung in Italien verfasst haben

Hommage an Pater Sabino

Wir haben in Brasilien einen Mann von grossem menschlichem Wert, eine Quelle der Hoffnung und des Mutes, besonders für alle Menschen am Rande von Natal, verloren.
Es ist Pater Sabino, geboren in Castel di Tora in der Nähe von Rom, nach Natal gekommen und dort im Herzen und auf dem Papier Brasilianer geworden. Pater Sabino kam in den 70-er Jahren nach Brasilien, in ein Land, das unter einer Militärdiktatur gelitten hatte, geprägt von sozialer Ausgrenzung und Ignoranz der Menschenrechte.
Als Salesianer ging Sabino nach Brasilien um zu helfen. Seine erste Stelle trat er an als Direktor der Salesianerschule in Natal. Nach den Ideen von Don Bosco begann er sich mit Jugendlichen, die aus den an die Schule angrenzenden armen Vierteln kamen, zu treffen. Diese erste Erfahrung hat ihn motiviert über die Schule hinaus zu blicken und seine Idee des konkreten Handelns weiter zu verfolgen. Bevor er sich ganz auf diesen Weg begab, ging er für ein Sabbatjahr nach Italien, wo sein Projekt reifen sollte. Er kam zurück, fest entschlossen den begonnen Weg mit den Jugendlichen weiterzugehen, jedoch mit einem klareren Ziel, dem er sich ganz widmen wollte. Sabino wurde also Diözesanpriester der Diözese Natal und entschied sich, die Verantwortung für die Kirche in einem der ärmsten Viertel Natals zu übernehmen. Mãe Luiza. Er gründet Jugendgruppen, um an der Basis eine Jugendpastoral und Arbeiterpastoral zu entwickeln. Er widmet sich auch anderen Projekten. Dem S.O.S criança, dessen Vorsitzender er auch ist. Sein Einsatz stützt sich immer auf das Evangelium, welches er mit dem Leben der Menschen verband. So ist er für viele Menschen eine Quelle spiritueller Kraft geworden, bei ihm konnte man seinen Glauben stärken und sich in schwierigen Situationen wieder finden.
Sein Weg wuchs immer mit den Menschen, mit denen er zusammenlebte, Sabino vertraute in ihre Möglichkeiten. Seine Methode war das Zuhören und sie verstärkt sich durch seine Kapazität zur Synthese, die es ihm erlaubte die Ideen von Gruppen in grosse Projekte zu verwandeln. Er schuf Riesiges mit kleinen Samen.
So nahmen die Projekte in Mãe Luiza grosse Dimensionen an, sie richtet sich an hunderte von Kindern, Jugendliche, Erwachsene und alte Menschen. Diese Menschen zeugen von seiner Stärke etwas aufzubauen und dabei alle einzubinden. Denn Sabino glaubt, dass Gott aus vielen Händen besteht und dass alle dort wichtig sind. Jene, die das Privileg hatten mit Sabino zusammenzuarbeiten konnten seine fundamentalen Werte kennenlernen:
Solidaritär, Einfachheit, Wissen, Freundschaft, Freude und andere. Auf seine Initiative hin haben die Projekte von Mãe Luiza eine internationale Dimension bekommen, indem Menschen verschiedener Länder nach Mãe Luiza gekommen sind, um dort mitzuleben und zu arbeiten. Ohne zu übertreiben, Mãe Luiza ist eine kleine Zelle von Menschlichkeit geworden. Alle, die dort die Ideen und Realitäten mitentwickeln, entwickeln sich selber mit. Unabhängig von der Herkunft, ohne Rangordnung und in Geschwisterlichkeit. Deutsche, Schweizer, Belgier, Brasilianer und andere haben ihr Herz für Mãe Luiza geöffnet. Aus all diesen Gründen hinterlässt der Tod Pater Sabinos keine Leere in uns. Im Gegenteil: Er begründet einen Moment der Erkenntnis und der Reflexion aus dem eine Sicherheit erwächst: die eingeschlagenen Wege werden weiter verfolgt.

Edilza Gardelha und Ion de Andrade für l'Osservatore Romano, freie Übersetzung